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Zielbar-Blogparade #digiform

SEO-Texte – schnelletexte.de

Inwiefern hat die digitale Reformation mein Arbeitsleben verändert?




Eine Reformation ist ja meistens schon etwas mit Ansage. Es müssen keine Thesen an Türen sein. Aber doch mindestens etwas mit einer gefühlten oder behaupteten Notwendigkeit, etwas ändern zu müssen.


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Mein Beitrag zur Zielbar-Blogparade #digiform 2017.

Der Wandel vom klassischen Marketing zum digitalen Marketing hatte nichts Reformierendes an sich. Er vollzog sich schleichend über die Jahre. Und er ist längst nicht abgeschlossen.

Früher habe ich jedes Jahr mehrere Geschäftsberichte, Image- oder Verkaufsbroschüren getextet. Die Nachfrage nach Broschüren hat nachgelassen. Dafür haben auf der anderen Seite die Anfragen nach Webtexten zugenommen.

„Wir planen eine eigene Homepage“ – hieß es. Können wir da unsere Broschürentexte übernehmen?“ Das waren und sind immer noch typische Anfragen von Kunden, die „jetzt auch mal was digital machen wollen“.

Wenn ich mir den Zustand vieler Websites ansehe, dürfte mein Auskommen als Texter für die nächsten Jahrzehnte sicher sein. Ein unüberschaubar großer Markt mit wenig Konkurrenz liegt offen vor der Haustüre.

So hat sich mein Arbeitsleben geändert, d. h. auch mein Akquiseleben:

  • Die größten Kunden der letzten Jahre kamen von alleine über meine Website zu mir.
  • Will ich aktiv Auftragssuche betreiben, brauche nur noch Kontakt aufzunehmen und einen konkreten Vorschlag für die Optimierung einer Website zu machen.

Das ist eine völlig andere Herangehensweise als noch zu Broschürenzeiten. Damals musste man die Drucksachen erst einmal in den Händen halten. Und dann gegenüber dem Kunden daraus zitieren.

Mein Arbeitsleben als Konzeptioner und Texter hat insofern profitiert, als viele Wegzeiten nicht mehr anfallen. Auch wenn dadurch die sozialen Kontakte etwas zurückgehen – die Vorteile überwiegen. Denn ich kann heute einem Kunden online und live die Unterschiede demonstrieren, die durch meine Arbeit an seinen Texten möglich werden.

Wie kommuniziert ihr mit Kunden/Dienstleistern/Auftraggebern über das Netz?

Man telefoniert. Oder spricht bei Aufträgen in Frankfurt und Rhein-Main auch persölich. Vieles läuft per E-Mail. Gelegentlich auch per WhatsApp oder Skype.

Auf welchen Wegen werden Unternehmen in zehn Jahren kommunizieren?

Zuerst stellt sich die Frage, mit wem sie kommunizieren. Tun sie es untereinander (B2B) oder mit den Kunden (B2C)? Auf respektvollen Wegen, das hoffe ich. Und dann – sehr wahrscheinlich mit einem Messanger, der ohne Umwege über E-Mail-Server oder Browser direkt die Verbindung herstellt. Plattformunabhängig.

Wie würde euer Geschäftsmodell ohne Zugang zum Internet aussehen?

Das Textergeschäft würde nicht mehr funktionieren. Ich werde über meine Webseiten oder über Dienstleisterkataloge gefunden. Das fiele schon mal weg. Meine gesamte Arbeit läuft inzwischen online. Ich kann zwar auch offline schreiben, aber schon eine Tf-idf-Analyse oder die Suche nach den Meta-Tags der Top-20-Seiten würde offline natürlich nicht funktionieren.

Was nervt euch am meisten an der digitalen Arbeitswelt?

Mich nervt am meisten das, was mich gleichzeitig fasziniert: überall und jederzeit präsent sein zu können – und erreichbar zu sein.

Welche Wettbewerbsvorteile und -nachteile erlebt ihr durch die digitale Reformation?

Die Vorteile überwiegen ganz klar. Noch nie war es einfacher, durch eigenes Zutun von der Zielgruppe bemerkt zu werden. Keine Werbeform ist schneller und – gewusst wie – effizienter als das Schalten von Online-Anzeigen. Noch besser natürlich ist der organische Traffic. Ein Kunde, der meine Seite vor der Seite eines meiner Wettbewerber ranken sieht, erfährt dadurch einen unausgesprochenen Beweis für die Wirksamkeit meiner Arbeit als Texter.

Wettbewerbsnachteile sehe ich kaum – bis auf die grassierende Unsitte, Texte zu Schleuderpreisen (und mit entsprechend niedriger Qualität) auf einen überhitzten Käufermarkt zu werfen. Eines Tages fingen ein paar Leute an, weit unter ihren Grundkosten zu arbeiten. Contentfarmen haben das als Geschäftsmodell entdeckt.

Mit den Billigfliegern kamen die Billigtexter. Für beide gilt: Herunterkommen kann man immer irgendwie. Ein echter Wettbewerb ist dadurch aber nicht entstanden, zumindest nicht bezüglich einer Kundschaft, die schlechten Text von Qualität zu unterscheiden weiß.

Ein formaler Nachteil des Online-Arbeitens ist sicher die enorm lange Arbeitplatzverweildauer. Ich sehe Nachteile auch in der Pseudo-Relevanz, die von Mobile Devices ausgeht. „Ich muss nur schnell zwei Nachrichten beantworten …“ Wer muss? Keiner muss, aber die Devices haben sich zu den Tamagotchis der heutigen Generation entwickelt.

Wie beeinflusst Social-Media-Marketing euren Geschäftserfolg?

Das ist nicht mein Spezialgebiet. Aber ich habe auch in diesen Beitrag Share-Buttons integriert:


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Welche unternehmerischen Risiken birgt die digitale Reformation aus euer Sicht?

Es sind viel weniger Risiken als Chancen. Für 10 Euro im Monat bekommt man ein Hosting mit Website. Mehr braucht es nicht, um digital präsent zu sein und Geschäfte zu betreiben.

Welche hartnäckigen Mythen verstellen den Blick auf die Wirklichkeit der digitalen Reformation?

Da ist einmal der Mythos, Suchmaschinen würden der Welt ein realistisches Abbild präsentieren. Tatsächlich leben wir in Filterblasen, in denen wir das zu sehen bekommen, was Algorithmen als für uns relevant ausgerechnet haben.

Und dann gibt es da die – nicht nur von den Schnell-und-hektisch-reich-Propheten in die Welt gesetzte – Illusion vom einfach zu erreichenden Online-Reichtum. Was gut sein soll, verlangt Kontinuität, Fleiß und Ausdauer.

Welche zentralen Tipps könnt ihr Neueinsteigern ins Digitale für deren Business geben?

Stellt Euch einen Wecker auf den Schreibtisch, der mindestens dreimal am Tag ein Signal gibt, dass Ihr Euch von Eurem Arbeitsplatz erheben, Nahrung zu Euch nehmen und echte Luft einatmen sollt. Und noch etwas: Wenn Ihr freiberuflich arbeitet, setzt Euch einen festen Feierabend, verabredet Euch mit der Familie, mit Freunden. Eines der Hauptrisiken ist der Verlust des Zeitgefühls.

Und noch etwas: Vernetzt Euch mit Leuten, die gut beherrschen, was nicht Euer Spezialgebiet ist. Das sorgt für Entlastung in den eigenen Fachgebieten und auf die Dauer für eine gedeihliche Zusammenarbeit, in der Aufträge in beide Richtungen vergeben und weitergereicht werden.